Stephan Zinner und das Zirndorfer Bier

Stephan Zinner 2022

Kulturamtsleiter Gerhard März hatte Kabarettist Stephan Zinner bereits vor über zwei Jahren nach Zirndorf eingeladen. Pandemiebedingt musste der Termin immer wieder verschoben werden. Jetzt hat es mit dem Gastspiel endlich geklappt, Publikum und Künstler waren gleichermaßen begeistert.

 

Der im oberbayerischen Trostberg aufgewachsene und jetzt in München lebende Stephan Zinner ist ein wahres Multitalent. Er ist Schauspieler in den überaus erfolgreichen Eberhofer-Krimis, verkörperte 15 Jahre lang in seiner Paraderolle Markus Söder am Nockherberg und glänzt live auf der Bühne als Kabarettist und Liedermacher. In der Paul-Metz-Halle hatte er das Publikum mit seinem aktuellen Bühnenprogramm „Raritäten“ von Anfang an in seinen Bann gezogen. Selten und rar, so stellt er fest, sind mittlerweile „a guade Bedienung in Minga“, „a guader Taxifahrer“, oder „Bienen“. Auch der Bayer in München ist eine Rarität geworden, die „Zuagroasten“ nehmen völlig überhand: „Die Menschen kommen vom Norden in den Süden und schwärmen dann davon, wie schön es doch im Norden ist!“.

 

Zinner spricht rasend schnell und sehr tief Boarisch, das Publikum geht konzentriert mit und lacht sich schlapp. Die Themen sind mit Warnweste fahrende E-Bike-Fahrer, der Alexa-Wahnsinn im Eigenheim, oder wenn der Sohnemann im Auto das Netz aufschneidet, das den Christbaum im Zaum hält. Er erzählt davon, dass er als pummeliger Pubertierender bei Frauen wenig erfolgreich war. Deshalb wollte er das Gitarrespielen lernen und Rockstar werden, damit ihm die Frauen begeistert zujubeln. Als er dann am Lagerfeuer Gitarre spielte, sah die Realität jedoch anders aus: „Die andern ham g’schmust und i hab Gitarre gspuit“, so richtig geil war des net“. Dafür spielt er heute bei seinen Auftritten immer wieder zwischendurch einige Songs und erntet bei den Blues-, Country- und Rocknummern großen Applaus.

 

Schließlich erzählte er von einem Auftritt in Bamberg, wo er das bekannte Schlenkerla-Bier zum Trinken bekam. „Das schmeckt, als hätte man in den Grill gebissen“, kommentiert er zynisch. Da schmeckt ihm das Zirndorfer Bier deutlich besser. „Da nehm ich mir einige Flaschen mit nach Hause“, sagt er zum Abschluss und verabschiedet sich nach einem wunderbaren Abend.

 

Fotos (Werner Schieche) vom Zinner-Gastspiel sehen Sie hier

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