Schulalltag im Nationalsozialismus

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Schulalltag im Nationalsozialismus

Mit der Sonderausstellung „Schulalltag im Nationalsozialismus“ beginnt am Samstag, den 2. April 2022 im Städtischen Museum in Zirndorf der dritte Teil der Ausstellungsreihe „Mitgemacht? Die NS-Zeit im Landkreis Fürth“.

Die Sonderausstellung zeigt anhand von Schulheften, amtlichen Dokumenten sowie verschiedenen Exponaten auf, dass die ideologische Umgestaltung auch vor Zirndorfs Schulen nicht Halt machte und Rituale und NS-Symbole wie Hakenkreuze, Fahnen, Fahnenappelle, Hitlerporträts und Hitlergruß immer deutlicher den Schulalltag prägen. Besuchern und Besucherinnen wird vor Augen geführt, wie das Eindringen der nationalsozialistischen Weltanschauung in den Schulalltag sowie die Verankerung der NS-Ideologie in den Köpfen der Schüler und Schülerinnen vonstattenging.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 wird die Erziehung nicht mehr nur als pädagogische, sondern auch als politische Aufgabe angesehen. Dementsprechend erfolgt nach und nach die ideologische Umgestaltung des Schulunterrichts. Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler „zur Einfügung in das Gegebene und vor allem zur aktiven Mitarbeit am Staat“ zu erziehen. Die früheren Ideale klassisch-humanistischer Bildung werden als „undeutsch“ abgelehnt. Schulische Lernerfolge haben hinter anderen Maximen zurückzustehen.

In den Schulfächern werden aufgrund unterschiedlicher ministerialer Erlasse zahlreiche Veränderungen herbeigeführt. Der Sportunterricht hat fortan auch "Wehrturnen" zu bieten, der Geschichtsunterricht soll u.a. den "völkischen Gedanken“ in den Mittelpunkt rücken und vor allem muss das Fach Biologie "Vererbungslehre sowie Rassen- und Familienkunde" behandeln. Auch der Deutschunterricht, die Fächer Heimat- und Erdkunde sowie Musik und Kunst sind nun stark mit NS-Inhalten durchsetzt. Jüdische Lehrerinnen und Lehrer müssen bereits kurz nach dem 30. Januar die Schulen verlassen. Jüdische Schülerinnen und Schüler isoliert der NS-Staat Schritt für Schritt, um sie schließlich ganz aus dem Bildungswesen zu drängen.

Flyer zur Ausstellung

 

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Dauer: 2. April bis 15. Mai 2022

Öffnungszeiten: Di - So 11-16 Uhr

Nähere Informationen: Museum Zirndorf, Spitalstraße 2, 90513 Zirndorf, Tel.: 0911-96060590, Öffnungszeiten: Di-So 11-16 Uhr  Juli/Aug. Di-Do 11-16 Uhr Fr-So 11-17 Uhr, www.museum.zirndorf.de 

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